Stadt- und Siedlungsgeschichte

Exponate zur Stadt- und Siedlungsgeschichte setzen den Rahmen von der Steinzeit bis heute. Vor allem die Präsentation des sogenannten 'Borsdorfer Henkels' aus dem 5. Jh. v. Chr. gewinnt angesichts der jüngsten Funde am nahegelegenen Glauberg aus der Keltenzeit und im Vorfeld dieses Fürstensitzes ganz besondere Bedeutung. Ein kleines anschauliches Modell einer steinzeitlichen Siedlung sowie einige Steinwerkzeuge runden diesen Themenkomplex ab. Gegenwärtig befindet sich eine Neupräsentation der archäologischen Funde in Vorbereitung.

Auf insgesamt 10 Text- und Informationstafeln wird die 1200-jährige Geschichte Niddas bis zur Neuzeit dargestellt.

Auch im zweiten Stock des alten Fachwerkbaus findet der interessierte Besucher noch genügend fesselnde Besonderheiten, so ein Modell der 'Wasser- und Stangenkunst' des Wilhelm Langsdorff, die im 18. und 19. Jh. zur Förderung der Sole und damit der Salzgewinnung in Salzhausen diente und ein bedeutsames Technikdenkmal dieser Zeit darstellt.

Im Raum neben dem restaurierten Altstädter Brunnen thematisiert die neu gestaltete Migrationsstube die Auswanderungen aus Nidda im 18. und 19. Jahrhundert, die Vertreibung der Juden nach 1933, die Zuwanderung durch Flucht und Vertreibung nach 1945 sowie die Rückwanderung aus den ehemaligen dt. Ostgebieten . Berücksichtigt sind auch die aktuellen Migrationbewegungen des 21. Jahrhunderts.

2 Hörstationen veranschaulichen persönliche Schicksale.

Im 2. OG ergänzen die Präsentation 'Vom Flachs zum Leinen' (Webstuhl aus dem frühen 18. Jh.) sowie bäuerliche und hauswirtschaftliche Gerätschaften die Sammlungen.

Im Sakralraum findet man einen sehr hübschen Flügelaltar aus der Zeit der ersten kath. Diasporakirche (1901/02), Abendmahlsgeschirr, das der evangelischen Kirchengemeinde von der Familie Krug von Nidda, jener für Nidda bedeutenden Amtmannsfamilie seit dem 16. Jh., gestiftet wurde.

In diese Zeit fällt auch die Geschichte der beiden im Stuckzimmer im Portrait gezeigten Vater und Sohn Johannes Pistorius Niddanus. Die beiden berühmten Söhne der Stadt haben jeder auf seine Weise Reformationsgeschichte geschrieben, wie anschaulich in den Niddaer Geschichtsblättern (Nr.2) nachzulesen ist.

Ausführliche Informationen hierzu finden Sie auch unter den folgenden beiden Links zu den Internetseiten der latein-pagina.de:

 

Johannes Pistorius d.Ä.   Johannes Pistorius d.J. 

 

 

Ein Teil des Sakralraumes wie auch eine Abt. der Migrationsstube ist den jüdischen Mitbürgern Niddas gewidmet, die nach 1933 vertrieben wurden und vielfach im Holocaust ihr Leben endeten. Wer hierzu nähere Einzelheiten erfahren möchte, dem sei auch der Besuch des Jüdischen Museums (Zimmermann-Strauß-Museum, Raun 62) in Nidda empfohlen.